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African Stories Teil II – Frau Dr. Knödler im Einsatz in Zentralafrika

Nach einem knapp 2-stündigem gospelreichem Gottesdienst und donnernder Predigt auf unsere Häupter gewittert es wieder mächtig am Himmel über Mutolere und es prasselt wie aus tausenden Kübeln. Ein ohrenbetäubender Lärm macht sich breit über dem dünnen Blechdach der kargen Unterkunft. Ein Nippen an einer heißen Brühe, ein paar Bisse von den süßen Bananen, einige leckere Tree-tomatoes ausgelöffelt – mit dem versonnenen Blick von der kleinen Veranda auf triefende Mango- und Bananenbäume lässt es sich dennoch ganz gut über die vergangenen zwei Wochen nachdenken.

Auf ihrer Station betreute Frau Dr. Knödler zwischenzeitlich unter anderem neben zwei neuen Schlaganfallpatienten und zwei Tuberkuloseerkrankten in Isolierzimmern einen gerade mal 15-jährigen Junge mit schwerwiegender Malaria, riesiger Milz und einer bedrohlichen Anämie bei sehr hoher Parasitenlast.

Natürlich besteht der Alltag aber auch aus nichtinfektiösen Erkrankungen, wie diese auch im hausärztlichen Alltag in Europa vorkommen: Ein ausgezehrter Patient stellte sich mit dem klinischen Bild einer Speiseröhrenenge vor, was sich leider auch röntgenologisch bestätigte. Ein Verlegung auf die Chirurgische Station war unvermeidlich und bei einem vermutlich vorliegenden bösartigen Speiseröhrenkrebs wird sich das Leben des Mannes wohl nachhaltig verändern.

Das Ankommen in Mutolere war für Frau Dr. Knödler mehr wie ein Heimkommen: Alles war vertraut und doch ist nicht alles beim Alten geblieben: Kaum zu glauben, aber es gibt mittlerweile tatsächlich einen Computertomographen – eines von wenigen Geräten im gesamten Land! Zur Befundung müssen die Bilder aber digital nach Kabale versendet werden, was sich bei oft nicht funktionierendem Internet bisweilen schwierig darstellt: in den verg. 2 Wochen traf gerade mal ein Befund hier ein!

Immerhin: auch ein Sonographiegerät ist vorhanden und hilft in der Diagnosestellung immens weiter. Dagegegen fehlt es auch weiterhin an im deutschen Heimatland gewohnter Basisausstattung: kein funktionierendes Blutdruckmessgerät, geschweige denn ein EKG! Noch mehr als ohnehin im hausärztlichen Alltag muss man sich also auf seine Sinne verlassen!

Immer wieder lernt man ihm Rahmen solcher Einsätze dazu: wo sonst nur Röntgenbefund eines Radiologen gelesen werden muss ist hier Eigeninitiative nötig: den Befund muss der Doc selbst erheben – gerade bei im europäischen Umfeld nicht mehr alltäglichen Erkrankungen, wie einer Miliartuberkulose eine echte Herausforderung. Gut, dass es auch in der hiesigen Klinik erfahrene Mitarbeiter gibt, die einen ganz guten Blick für solche Befunde haben. Unter solchen Bedingungen ist die Arbeit im Teamwork essenziell.